Morgentauelfe
Der weiße Nebel verbirgt den Wald
Und auch die feuchten Wiesen.
Es ist noch kühl, doch die Wärme kommt bald.
Das ist empirisch bewiesen.
Ein kleines Wesen, zart und schön,
Wäscht sich mit einem Tautropf‘.
Den Sonnenstrahl nutzt es als Fön,
Dann bindet es sich einen Zopf.
Den Fön hat es nicht ausgemacht,
Drum wird es langsam warm.
Der Nebel flieht so gegen Acht,
Und mit ihm der Morgentauelfenschwarm.
[Peter Weigel, 28.09.2007]
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Rotschatten
Die Sonnenstrahlen werden schwächer,
Sie färben sich rot und verlieren an Kraft.
Mühevoll klettern sie über Häuserdächer,
Die meisten haben‘s schon nicht mehr geschafft.
Das Ende ist nah - ich kann es hören.
Mein Schatten wird stärker und raunt mir zu:
„Ich weiß, ich soll dich beim Wandern nicht stören,
Doch der Tag ist um - leg dich zur Ruh‘!“
Und so sag‘ ich Adé zu Meer und Küste,
Drehe mich um und laufe zurück.
Meinen Schatten im Nacken, wenn der nur wüsste -
Im Traum geh‘ ich weiter, ein großes Stück!
[Peter Weigel, 29.09.2007]
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Sonnenvertreibung
Dunkelheit und Stille hüllen mich ein,
Der Mond hat die Sonne vertrieben.
Ach könnte doch jetzt heute Morgen sein,
Oder ließe sich das Tagsende verschieben.
Die Gesetze der Physik verhindern dies,
Doch bleibt mir noch das Traumland.
Der wundervolle Tag, den ich gehen ließ,
Kommt zurück - inklusive Sandstrand.
Hier kann ich lachen und fröhlich sein,
Ohne Schmerzen, Probleme und Sorgen.
Kein Schatten, der mich schränkt beim Wandern ein,
Und so laufe ich Richtung morgen.
[Peter Weigel, 29.09.2007]
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Tagserwachen
Ich bin umhüllt von Dunkelheit.
Alles ist still.
Es ist gestern.
Plötzlich. Ein einsamer Lichtstrahl
Betritt mein Zimmer und flüstert wortlos:
„Guten Morgen!“
Dann ein weiterer Lichtstrahl
Und ein Dritter und ein Vierter.
Es wird hell.
„Piep. Piep. Piep.“, macht mein Wecker.
Ich öffne die Augen.
Es ist heute.
[Peter Weigel, 28.09.2007]
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